Digitalisierung in der Kunststoffindustrie mit der ATR.SmartFactory.Plattform

Case Study: Idealer Planungsprozess, effiziente Produktionsanlagen – so spart Digitalisierung Zeit

Für Entscheider

Die Bilanz des Projekts

Manuelle Listen und Strichlisten gehören der Vergangenheit an

Zeitersparnis

Manuelle Auftragsverteilung entfällt durch automatisierte Zuweisung

Transparenz

Auftragsfortschritt und Stückzahlen sind jederzeit aktuell einsehbar

Stabile Auslastung

Mengenabweichungen werden frühzeitig erkannt und korrigiert

Faire Bewertung

Leistungsgrad je Mitarbeiter wird automatisch und datenbasiert berechnet

Planbare Wartung

Wartungsintervalle planbar statt durch Ausfall bestimmt

Ein Unternehmen aus der Kunststoffindustrie hat einen Produktionsbereich mit mehreren Modulen der ATR.SmartFactory.Plattform durchgängig digitalisiert. Manuelle Strichlisten, handschriftliche Formlisten und verzögerte Auswertungen wurden durch automatisierte Prozesse ersetzt. Das Ergebnis: deutliche Zeiteinsparungen in der Arbeitsvorbereitung sowie eine erstmals planbare Formeninstandhaltung.

Das Projekt

Spezifische Produktionsanlagen bleiben in vielen Unternehmen über lange Zeit im Einsatz. Deshalb stellt sich regelmäßig die Frage, wie sich diese Anlagen und die dazugehörigen Prozesse mit vertretbarem Aufwand digitalisieren lassen, um die Chancen der Industrie 4.0 zu nutzen.

Ein kunststoffverarbeitender Betrieb stand vor genau dieser Herausforderung. Ziel des Projekts war es, in einem Produktionsbereich — von der Arbeitsvorbereitung bis zur Fertigung — eine deutliche Effizienzsteigerung und spürbare Zeiteinsparungen zu erreichen.

Die Ausgangssituation war stark von manuellen Abläufen geprägt: Aufträge wurden täglich ausgedruckt sowie händisch verteilt, Stückzahlen per Strichliste gezählt und Informationen zu den genutzten Formen in handschriftliche Listen eingetragen. Den Ausschlag für die ATR.SmartFactory.Plattform gab insbesondere die Möglichkeit, Prozesse bei minimalem Implementierungsaufwand durchgängig zu individualisieren.

Die Aufgabe

In der Arbeitsvorbereitung wurden täglich die relevanten Aufträge aus dem ERP-System ausgedruckt, manuell nach Artikelkriterien sortiert und den fünfzehn Arbeitsplätzen zugewiesen. Die für die Tagesproduktion benötigten Formen berechnete die Vorarbeiterin aus den Sollmengen der Aufträge und trug die Ergebnisse ebenfalls händisch in eine Liste ein. Die Formen wurden entsprechend dieser Planung vorbereitet und verteilt.

Im Produktionsprozess selbst zählten die Mitarbeiter die gefertigten Stückzahlen per Strichliste. Diese Aufzeichnungen dienten sowohl der Produktionsüberwachung als auch der Berechnung des Leistungslohns. Ob und an welchem Arbeitsplatz eine Form für einen Folgeauftrag erneut benötigt wurde, ließ sich nur umständlich anhand dieser Liste nachvollziehen.

Eine weitere Schwachstelle lag im Instandhaltungsbereich: Die Formen müssen nach einer bestimmten Anzahl an Zyklen instandgesetzt werden. Da ihre Nutzungshäufigkeit nicht erfasst wurde, waren gezielte Wartungsplanungen nicht möglich. Ungeplante Ausfälle und Verzögerungen im Tagesgeschäft waren die Folge.

Ziel des Projekts war eine durchgängige Digitalisierung, die sowohl in der Arbeitsvorbereitung als auch der Produktion spürbare Effizienzgewinne und Zeiteinsparungen ermöglicht.

Die Umsetzung

Im Rahmen der Digitalisierung wurde eine ERP-Schnittstelle eingerichtet, die alle relevanten Auftragsdaten automatisiert an das Modul Auftragsmanagement überträgt. Dort werden die Aufträge nach definierten Kriterien, wie dem zu produzierenden Artikel, für die weitere Planung gebündelt und in einer Tabelle aufbereitet. Diese übersichtliche Darstellung ermöglicht es der Arbeitsvorbereitung, die Tagesproduktion schnell und einfach den unterschiedlichen Arbeitsplätzen zuzuweisen. Zusätzlich wird für die Erfüllung des geplanten Tagesziels ein Soll-Leistungsgrad für die Mitarbeiter berechnet.

Die für die jeweilige Tagesproduktion benötigten Formen werden automatisch aus den Aufträgen ermittelt. Eine Liste zeigt, wie oft jede Form benötigt wird. So kann die Vorarbeiterin die Vorbereitung gezielt und zeitsparend durchführen. Zur weiteren Vereinfachung des Prozesses legt sie jede Form unter einen Scanner, der ihr sofort anzeigt, für welchen Arbeitsplatz die jeweilige Form vorgesehen ist.

Bei der anschließenden Fertigung werden die Formen durch die Mitarbeiter manuell befüllt, auf einem Laufband platziert und beim Transport zur Presse automatisch gescannt. So erfolgt eine lückenlose Erfassung der produzierten Stückzahlen, inklusive Zuordnung zum jeweils verantwortlichen Mitarbeiter.

Nach dem Pressvorgang entnimmt die Vorarbeiterin die fertigen Teile aus der Form und legt diese erneut unter den Scanner. Dabei erhält sie unmittelbar die Information, ob und an welchem Arbeitsplatz die Form als Nächstes benötigt wird.

Alle erfassten Mengen fließen automatisch in die Berechnung des Leistungsgrades der einzelnen Mitarbeiter ein. Dabei berücksichtigt das System die hinterlegten Vorgabe- und Anwesenheitszeiten. Eine manuelle Auswertung entfällt vollständig.

Auch die Nutzung der Formen wird nun systematisch mitgezählt und dokumentiert. Auf dieser Grundlage können die Reinigung und eine Instandsetzung gezielt und vorausschauend geplant werden, was zu einer deutlich verbesserten Verfügbarkeit der Formen führt.

 

Funktionen

Auftragsimport aus dem ERP

Bündelung der Aufträge nach festgelegten Kriterien

Automatische Bedarfsermittlung der Formen

Formen per Scanner zuweisen und verfolgen

Lückenlose Stückzahlerfassung am Band

Mitarbeiterleistung wird automatisch und datenbasiert ermittelt

Erfassung der Nutzungszyklen von Formen 

Wartungsintervalle werden vorausschauend geplant

Für die Fachebene

Verbesserungen und Vorteile

Was sich in Arbeitsvorbereitung und Fertigung in diesem Produktionsbereich konkret verändert

01

Signifikante Zeiteinsparung in der Arbeitsvorbereitung

Die Planung und Zuordnung der Aufträge läuft automatisiert: Das System übernimmt Bündelung und Zuweisung ohne manuellen Eingriff. Die Vorarbeiterin schließt die Tagesplanung dadurch deutlich schneller ab.

02

Formenhandling wird durch Scanner-Unterstützung effizienter

Die automatisierte Vorbereitung und der Scanner übernehmen die Zuordnung jeder Form zum richtigen Arbeitsplatz. Manuelle Listen und Rückfragen entfallen vollständig.

03

Stückzahlen und Leistungsgrade werden automatisch berechnet

Die Strichliste am Arbeitsplatz entfällt. Der Leistungsgrad jedes Mitarbeiters wird auf Basis belastbarer Daten aus Vorgabe- und Anwesenheitszeiten automatisiert ermittelt.

04

Formenwartung ist erstmals planbar

Die Nutzungszyklen jeder Form werden systematisch mitgezählt. Reinigungs- und Instandsetzungsintervalle lassen sich dadurch vorausschauend einplanen. Ausfallzeiten werden reduziert oder vollständig vermieden.

05

Unter- und Überproduktion werden vermieden

Die exakte Mengenerfassung in Echtzeit ermöglicht einen laufenden Abgleich des Tagesfortschritts mit dem Soll. Abweichungen werden sichtbar, bevor sie zur Über- oder Unterproduktion führen.

06

Auftragsstatus ist für alle Beteiligten transparent

Die Auftragsverfolgung läuft durchgängig digital — ohne handschriftliche Listen oder parallele Notizen. Alle involvierten Abteilungen sehen den aktuellen Stand jederzeit.

Ausblick

Die ATR.SmartFactory.Plattform ist modular aufgebaut und lässt sich schrittweise erweitern. Außerdem zeichnet sie sich durch eine zukunftsweisende Architektur und den konsequenten Einsatz moderner Technologien aus. Für das Unternehmen ergeben sich damit zahlreiche weitere Möglichkeiten zur Digitalisierung seiner Auftragsabwicklung und der Produktionsprozesse in diesem Bereich. Im nächsten Schritt könnten beispielsweise folgende Weiterentwicklungen umgesetzt werden:

  • Automatisierte Produktionsplanung auf Basis aktueller Auftrags- und Bestandsdaten
  • Digitale Rüstlisten, die direkt auf einem Tablet angezeigt werden
  • Auswertung der erfassten Produktionsdaten zur gezielten Qualifizierung und Schulung der Mitarbeiter

ATR.SMARTFACTORY.PLATTFORM

Schreiben Sie Ihre eigene Erfolgsgeschichte

Entdecken Sie, wie die ATR.SmartFactory.Plattform Produktionsprozesse einfacher, effizienter und transparenter gestaltet.

In diesem Projekt eingesetzt

Auftragsmanagement

Von der Auftragserteilung bis zum fertigen Produkt – lückenlos digital. Flexible Workflows, intelligente Batchbildung und automatisches Auftragstracking machen Produktionsprozesse transparenter und effizienter.

ERP-Schnittstelle

Schluss mit manuellen Übertragungen zwischen Produktion und ERP. Automatisierter Datenaustausch ohne Medienbruch sorgt für eine präzisere Planung, weniger Fehler und mehr Zeit für wertschöpfende Tätigkeiten.

Produktionsplanung

Fertigungsaufträge effizient koordinieren – von der manuellen Terminierung bis zur vollautomatischen Steuerung. Drei aufeinander aufbauende Planungsstufen passen sich dem Digitalisierungsgrad Ihres Unternehmens an.

Produktionsüberwachung

Abweichungen erkennen, bevor sie zum Problem werden. Ein zentrales Produktionscockpit macht Ausschuss, Nacharbeit und Stillstände in Echtzeit sichtbar – für eine gezielte Steuerung und kontinuierliche Verbesserung.

Instandhaltungsmanagement

Schluss mit Aktenordnern und Tabellen: Wartungen strukturiert planen, lückenlos dokumentieren und zuverlässig ausführen. Alle Informationen sind digital an einem Ort – für weniger Aufwand und höhere Anlagenverfügbarkeit.